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KÜBELESMARKT BAD CANNSTATT e.V.
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Kübler - Ahoi
Obwohl das "Mommen und in Butzenkleidern gehen bey Straff des Thurms oder des Narrenhäusleins" uNarrentreffenersagt war, wurde bereits im Februar 1853 der erste nachweisbare Narrenumzug beschrieben. Der Kübelesmarkt jedoch ist wesentlich jünger. 1924 gründeten auf Betreiben des Kursaalwirts Schmid der Volksschauspieler Albert Hofele und einige Mitglieder des Männergesangvereins Concordia den Kübelesmarkt Bad Cannstatt.
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Die Kübler und Küblerräte tragen eine stilisierte Bauerntracht mit langer schwarzer Hose, scharlachroter Weste und einem
schwarzen Kittel. Weste und Kittel sind mit silbernen Talerknöpfen besetzt. Auf dem Kopf trägt der Kübler den charakteristischen
Küblerhut mit der langen Fasanenfeder. Diese Kleidung ist der eines Bauern auf einer Volksfestdarstellung des vergangenen Jahrhunderts nachempfunden.
Die Hauptfigur der Cannstatter Fasnet ist die
Felbe. Sie entstand in den 1950er Jahren nach einer Ortslegende. Demnach soll in den "Pfälzischen Erbfolgekriegen" 1688-1897 die Cannstatter Bürgerwehr aus Angst vor
den französichen Soldaten unter dem Mordbrenner General Ezechiel Graf von Melac, in Alarmbereitschaft versetzt worden sein. Am frühen Morgen, als Nebelschwaden über den Neckar zogen, sah der
Wachhabende plötzlich baumlange Kerle am anderen Ufer und die Bürgerwehr rückte todesmutig aus. Als sich der Nebel lichtete waren die tapferen Cannstatter sehr erstaunt, dass die "Franzosen" nur Felben - der
mundartliche Ausdruck für Korbmacherweide - waren. So kamen die Cannstatter zu dem Necknamen "Felbaköpf". Die Maske der Felbe ist eine groteske Lindenholzmaske, die den Kopf der Weide darstellt. Das
Häs ist ein bunten Blätzleshäs in den Farben grün, rot und braun. In der Hand trägt die Felbe eine Weinbergrätsche.
Ebenfalls auf einer wahren Ortsbegebenheit basieren die
Mondlöscher und die Monde. In einer lauen Nacht waren einige Zechbrüder auf dem Heimweg, stark angeregt durch ein
paar Viertele ihres Leib- und Magenweins "Zuckerle", als sie den Turm des Uff-Kirchleins in Flammen sahen. Rasch alarmierten sie die Feuerwehr und bald scholl es aus vielen
Kehlen: "Fuirio s'Uffkirchle brennt, holat Stroh und löschat gschwend!" Doch als sie die Rohre auf den Kirchturm richten wollten war von Flammen keine Spur. Nur der Mond
schien kräftig durch die Fenster. Von da an hatten die Cannstatter ihren zweiten Necknamen "Mondlöscher". Heute sorgen bei den Umzügen die Mondlöscher in ihren
alten Feuerwehruniformen, mit ihrer Konfettikanone und der über 100 Jahre alten Handspritze für Spaß. Der Mond, 1991 neu geschaffen, lockert das grün-rote Bild der
Felben mit seinem blauen Leinenhäs mit goldenen Sternapplikationen und dem roten Besatz angenehm auf. Es ist die einzige Maske der schwäbisch-alemannischen Fasnet die
zwei Gesichter in sich birgt; von vorne ist der Vollmond, von der Seite der Halbmond zu erkennen. Um die Schulter trägt er zwei bis sechs Schellenriemen, in der Hand die
Narrenwurst. Die rote Maskenhaube und das Käpple mit den drei Fuchsschwänzen bringen einen fröhlichen Farb- und Formenakzent.
Die Einzelfigur des Brunnengeistes trägt ein schilfgrünes Gewand mit Schilf- und Fischapplikationen. Seine eindrucksvolle, im barocken Stil geschnitzte Holzmaske ist von
einer Perücke aus Hanf umgeben. Der Brunnengeist erinnert an das zweitgrößte Mineralwasservorkommen in Europa. Ihn begleitet die Felbenmutter, die den Narrensamen um sich schart.
Der Spielmanns- und Fanfarenzug sowie die Kübelesmarkt-Musikanten sorgen für das musikalische Umfeld.
Eine überaus originelle Idee und liebgewordene Besonderheit sind die Waschweiber. Sie glossieren im humorvollen Kaleidoskop, mit
damenhaftem Charme, närrischer Hinterlist und deftig-unverletzlichem Witz, Aktualitäten aus dem Alltagsleben als fasnächtlichen Aufwasch.
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